Bisher prangten auf den Smart Glasses von Meta die Namen Ray-Ban oder Oakley. Mit den neuen Meta Glasses möchte der Techgigant nun die eigene Marke für sich sprechen lassen. Die erste eigenständige Produktlinie entsteht zwar weiterhin in Zusammenarbeit mit Ray-Ban- und Oakley-Mutter EssilorLuxottica, soll aber preislich unter den bisherigen Modellen liegen. Zugleich setzen die Meta Smart Glasses auf neue KI-Funktionen. Für experimentierfreudige Augenoptiker eröffnet das neue Produkt zusätzliche Chancen, gleichzeitig rücken Fragen rund um Datenschutz und Regulierung stärker in den Fokus.

Meta Glasses: Neue KI-Brille von Meta soll Markt für Smart Glasses ausbauen
Den Verkaufsstart der neuen Meta Glasses verkündete Meta-Chef Mark Zuckerberg über Instagram. Die Brillen entstehen erneut in Zusammenarbeit mit dem Brillenhersteller EssilorLuxottica, allerdings tritt Meta nun erstmals selbst als eigenständige Brillenmarke auf. Damit verfolgt das Unternehmen offensichtlich das Ziel, seine Position im Markt für smarte Brillen weiter auszubauen und die Abhängigkeit von etablierten Markenpartnerschaften zu verringern.
Zum Marktstart umfasst die neue Serie drei Fassungsformen: Das Modell Adventurer erscheint in zwei Größen und setzt auf eine klassische rechteckige Gestaltung. Fury richtet sich mit einer markanteren Form an Nutzer, die ein auffälligeres Design bevorzugen. Ergänzt wird das Sortiment durch eine schmale ovale Fassung, die laut Meta gemeinsam mit Kylie Jenner entwickelt wurde. Insgesamt stehen 26 Kombinationen aus verschiedenen Farben und Glasvarianten zur Auswahl. Neben Sonnen- und Transitionsgläsern werden auch polarisierte sowie klare Gläser angeboten. Wer Korrekturgläser benötigt, kann diese nachträglich beim Optiker einsetzen lassen, ohne dass dadurch die Herstellergarantie entfällt.

Technik der Meta Glasses: Kamera, Meta AI, Sprachsteuerung und längere Akkulaufzeit
Bei der Hardware orientieren sich die Meta Glasses weitgehend an den bisherigen Smart Glasses des Unternehmens. Nutzer können Fotos und Videos freihändig aufnehmen, Musik hören oder telefonieren, ohne klassische Kopfhörer tragen zu müssen. Mehrere Mikrofone mit Windgeräuschunterdrückung sollen für eine verbesserte Sprachqualität sorgen. Die Akkulaufzeit gibt Meta mit mehr als acht Stunden an. Zusammen mit dem Lade-Etui seien laut Hersteller bis zu 40 Stunden Gesamtlaufzeit möglich. Ergänzend wird ein neuer Meta Glasses Charging Stand angeboten.
Die Bedienung erfolgt entweder über einen Knopf am Brillenbügel oder per Sprachbefehl. Auf diese Weise lässt sich der KI-Assistent Meta AI aktivieren, der Informationen bereitstellt oder verschiedene Funktionen der Brille steuert. So sollen Nutzer viele Aufgaben erledigen können, ohne das Smartphone aus der Tasche nehmen zu müssen.
KI-Brillen von Meta: Neue Software-Funktionen für mehr Alltagstauglichkeit
Der wesentliche Unterschied zu den bisherigen Modellen liegt in der Software. Die neuen Meta Glasses sind mit neuen KI-Funktionen ausgestattet, die Alltagssituationen besser erkennen und passgenauere Hilfestellungen liefern sollen.
Demnach kann das System beispielsweise Termine im Blick behalten, Fragen zur Ernährung beantworten oder das Umfeld präziser analysieren. Künftig sollen die KI-Funktionen auch auf bestehende Ray-Ban Meta- und Oakley-Meta-Modelle ausgeweitet werden.
Parallel kündigte Meta weitere Softwarefunktionen für sein gesamtes Brillenportfolio an. Eine neue Dynamic-Photo-Funktion nimmt automatisch mehrere Aufnahmen auf und schlägt aus Sicht der Software das beste Bild vor. Zudem soll eine sprachgeführte Fußgängernavigation künftig auch auf Brillen ohne Display verfügbar werden. Die Echtzeitübersetzung wächst nach Unternehmensangaben von bisher sechs auf 20 Sprachen. Neu hinzu kommen unter anderem Japanisch, Mandarin und Koreanisch.

Meta Glasses für den Augenoptikhandel: Chancen bei Beratung, Anpassung & Korrekturgläsern
Für Augenoptiker, die Smart Glasses bereits in ihr Konzept integriert haben oder dies vorhaben, eröffnet die neue Produktlinie zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten. Schließlich sind auch die Meta Glasses nachträglich mit Korrekturgläser ausstattbar. Gleichzeitig dürfte die preislich günstigere Positionierung dazu beitragen, neue Käufergruppen für intelligente Brillen zu gewinnen.
Meta Glasses: Was sagt der europäische Datenschutz?
Meta und EssilorLuxottica haben nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund sieben Millionen smarte Brillen verkauft. Ob dieser Wachstumskurs anhält, dürfte jedoch auch von politischen Rahmenbedingungen abhängen. In der Europäischen Union geraten Kamerabrillen zunehmend in den Fokus von Datenschützern und Parlamentariern. Kritisiert werden unter anderem mögliche heimliche Bildaufnahmen sowie die perspektivische Nutzung von Gesichtserkennung.
EssilorLuxottica scheint dennoch von einer langfristig positiven Entwicklung auszugehen. Ab 2027 sollen smarte Brillen auch in Italien produziert werden. Beobachter werten diesen Schritt als mögliches Signal, die Fertigung stärker innerhalb Europas zu verankern und sich frühzeitig auf künftige regulatorische Anforderungen einzustellen.
Die neuen Meta Glasses sind ab sofort in 17 Ländern erhältlich, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Modelle Adventurer und Fury starten bei 309 Euro, während die Starfire Kylie Edition ab 419 Euro angeboten wird.
Mit den Meta Glasses geht Meta den nächsten Schritt vom Technologieanbieter zur eigenen Brillenmarke. Die Kombination aus vertrauter Hardware, neuen KI-Funktionen und einer günstigeren Preispositionierung dürfte den Wettbewerb im Markt für smarte Brillen weiter beleben. Für Augenoptiker entstehen dadurch zusätzliche Beratungs- und Anpassungsmöglichkeiten, während Datenschutz und Regulierung die weitere Marktentwicklung entscheidend mitprägen werden.
Quelle: Meta Glasses: Neue KI-Brillenmarke löst sich vom Ray-Ban-Design





