Frühe Störungen des Binokularsehens zählen zu den häufig unterschätzten Risiken in der visuellen Entwicklung von Kindern. Bleiben Sehdefizite wie eine Amblyopie unbehandelt, können dauerhafte Einschränkungen der Sehfunktion die Folge sein. Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Fielmann Akademie Schloss Plön am 17. Juni ihr 70. Kolloquium als kostenfreies Web-Seminar. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Erkenntnisse zu Diagnostik, Screening und Therapie kindlicher Binokularstörungen.

Wie die Veranstalter der Fielmann Akademie Schloss Plön mitteilen, richtet sich das Web-Seminar an Fachleute aus Augenoptik, Optometrie und Augenheilkunde. Ziel ist es, den interdisziplinären Austausch zu stärken und praxisnahe Ansätze für die Versorgung betroffener Kinder zu diskutieren.
Binokularsehen bei Kindern: Warum frühe Diagnose entscheidend ist
Das Binokularsehen beschreibt das koordinierte Zusammenspiel beider Augen. Entwickelt sich dieses Zusammenspiel im Kindesalter nicht regelgerecht, kann das erhebliche Auswirkungen auf die visuelle Wahrnehmung haben. Laut Veranstalter bleiben entsprechende Störungen im Alltag häufig lange unbemerkt. Gerade deshalb gilt die frühe Diagnostik als entscheidender Faktor.
Im Rahmen des Kolloquiums sollen unter anderem Ursachen und Mechanismen der Amblyopie erläutert werden. Zudem geht es um die Frage, wie sich altersgerechte Screeningverfahren in der Praxis etablieren lassen. Vorgestellt werden bestehende Screeningmodelle, die zeigen, dass sich Binokularstörungen frühzeitig identifizieren und gezielt behandeln lassen.
Die Veranstalter verweisen zugleich auf bestehende Versorgungslücken. Bislang existiert kein flächendeckendes Screening für Kinder, obwohl die Folgen unbehandelter Sehentwicklungsstörungen weitreichend sein können. Für Augenoptiker und Optometristen gewinnt das Thema damit auch im Versorgungsalltag zunehmend an Bedeutung.
Amblyopie im Kindesalter: Ursachen, Risiken und Versorgungslücken
Unter einer Amblyopie versteht man eine dauerhafte Sehschwäche bei Kindern, die entsteht, wenn das Gehirn und die Augen nicht richtig zusammenarbeiten. Häufig sind Schielen oder ungleiche Fehlsichtigkeiten die Ursache. Das Gehirn priorisiert das stärkere Auge und blendet das schwächere aus. Eine erfolgreiche Therapie ist im frühen Kindesalter erforderlich.
Das Thema Amblyopie spielt im Rahmen der Veranstaltung eine zentrale Rolle. Frühe Störungen des Binokularsehens können die Entwicklung des visuellen Systems beeinträchtigen und zur Ausbildung einer ein- oder sogar beidseitigen Amblyopie führen. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie im Kindesalter sind daher entscheidend, um bleibende Einschränkungen der Sehfunktion zu vermeiden.
Gleichzeitig zeigt sich in der Versorgungspraxis ein klarer Handlungsbedarf. Binokularstörungen bleiben im Alltag häufig unbemerkt und werden oft erst spät diagnostiziert. Gerade deshalb rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie ein altersgerechtes Screening künftig besser etabliert werden kann.
Das Kolloquium will hier praxisnahe Antworten liefern und bestehende Screeningansätze in den Fokus stellen. Ziel ist es, die visuelle Entwicklung betroffener Kinder nachhaltig zu fördern und die Sehfunktion langfristig zu verbessern.
Binokularstörungen bei Kindern: Screening und Therapie im Fokus
Als Referenten angekündigt wurden Christian Schiemenz, Michael Hornig und Volkhard Schroth. Schiemenz, der am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck tätig ist, spricht unter anderem über Binokularentwicklung und Therapieansätze bei kindlichen Sehstörungen.
Michael Hornig widmet sich dem Binokularscreening bei Vorschulkindern. Volkhard Schroth beleuchtet anschließend Screeningansätze bei Schulkindern. Beide gelten seit Jahren als ausgewiesene Fachleute im Bereich binokularer Sehstörungen und Kinderoptometrie.
Neben klassischen Therapieverfahren sollen auch digitale Trainingsmethoden thematisiert werden. Außerdem wird diskutiert, welche Ansätze sich in der Praxis tatsächlich bewährt haben und wo weiterer Forschungsbedarf besteht.
Kinderoptometrie und Augenheilkunde im fachlichen Austausch
Mit dem Kolloquium setzt die Fielmann Akademie ihren Fokus auf praxisorientierte Fortbildung fort. Besonders die Verbindung von Augenoptik, Optometrie und Augenheilkunde dürfte für viele Teilnehmer einen Mehrwert bieten, da Fragen der visuellen Entwicklung zunehmend interdisziplinär betrachtet werden.
Die Veranstaltung soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch den fachlichen Austausch zwischen den Disziplinen fördern. Gerade im Bereich der Kinderoptometrie ist diese Vernetzung wichtig, weil Screening, Diagnostik und Therapie häufig ineinandergreifen.
Web-Seminar mit COE- und SwissOptom-Punkten
Das Web-Seminar findet am 17. Juni von 18:30 bis 20:40 Uhr statt und wird online durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Nach der Anmeldung werden die Zugangsdaten bereitgestellt. Für die Veranstaltung sind 1 COE-Punkt und 2 SwissOptom-Punkte beantragt.
Das Kolloquium der Fielmann Akademie greift ein Thema auf, das in der augenoptischen Versorgung von Kindern weiter an Relevanz gewinnt. Die Kombination aus wissenschaftlicher Einordnung, praxisnahen Screeningansätzen und therapeutischen Perspektiven macht die Veranstaltung für Augenoptiker und Optometristen besonders interessant. Gerade mit Blick auf bislang bestehende Versorgungslücken könnte der fachübergreifende Austausch wichtige Impulse liefern.
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