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El Salvador eliminiert Trachom: WHO bestätigt wichtigen Meilenstein im Kampf gegen vermeidbare Erblindung

El Salvador hat einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen die vermeidbare Erblindung erzielt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bestätigt, dass das mittelamerikanische Land das Trachom als Problem der öffentlichen Gesundheit eliminiert hat. Damit ist El Salvador nach Mexiko erst das zweite Land auf dem amerikanischen Kontinent, das diesen Status erreicht.

El Salvador eliminiert Trachom: WHO bestätigt wichtigen Meilenstein im Kampf gegen vermeidbare Erblindung
Bild: © PAHO / WHO

Auch Tunesien hatte zuletzt einen ähnlichen Meilenstein erreicht: Die WHO erklärte das nordafrikanische Land im Mai 2026 für trachomfrei. Wie wir bereits berichtet hatten, zeigt auch dieser Erfolg, dass langfristige Prävention, starke Primärversorgung und gezielte Überwachung entscheidend sind, um trachombedingte Erblindung nachhaltig zurückzudrängen.

Die Validierung gilt zugleich als wichtiger Schritt auf dem Weg zum globalen WHO-Ziel, das Trachom bis 2030 weltweit als Problem der öffentlichen Gesundheit zu beseitigen.

Trachom bleibt weltweit die häufigste infektiöse Ursache für Blindheit & vermeidbare Sehschäden

Trachom wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht und über den Kontakt mit Augen- und Nasensekreten infizierter Personen übertragen. Wiederholte Infektionen können zu Vernarbungen an der Innenseite des Augenlids führen. In fortgeschrittenen Stadien drehen sich die Wimpern nach innen. Dieses Krankheitsbild wird als Trichiasis bezeichnet. Die Wimpern reiben dann dauerhaft auf der Hornhaut und können unbehandelt zur Erblindung führen.

Trotz erheblicher Fortschritte in vielen Regionen gilt Trachom weiterhin als weltweit führende infektiöse Ursache von Blindheit.

Mehrjährige WHO-Prüfung in El Salvador lieferte den entscheidenden Nachweis für die Eliminierung

Der Validierung durch die WHO ging ein mehrjähriger Prüfprozess voraus. Zwischen 2023 und 2026 untersuchte El Salvador gezielt Gemeinden, die aufgrund ökologischer und sozialer Risikofaktoren als besonders gefährdet eingestuft worden waren. Laut WHO fanden die Gesundheitsbehörden dabei keine Hinweise auf eine aktive Übertragung der Erkrankung.

Weder bei Kindern konnten Krankheitszeichen festgestellt werden, noch wurden bei Erwachsenen fortgeschrittene Fälle entdeckt, die zu einer Erblindung hätten führen können. Die Ergebnisse bestätigten, dass Trachom im Land nicht mehr als Problem der öffentlichen Gesundheit gilt.

Verbesserte Gesundheitsversorgung, sauberes Wasser und Hygiene waren entscheidend für den Erfolg

Nach Angaben der WHO beruhte der Erfolg nicht allein auf augenmedizinischen Maßnahmen. Entscheidend war vielmehr ein sektorübergreifender Ansatz, der den Ausbau der Primärversorgung, Investitionen in Wasser-, Sanitär- und Hygienesysteme sowie den Ausbau augenmedizinischer Angebote umfasste. Dazu gehörten auch regelmäßige Sehschärfeuntersuchungen bei Erwachsenen.

Ergänzt wurde dies durch die enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen, lokalen Gemeinden und internationalen Partnern. Darüber hinaus schuf El Salvador Strukturen, um den erreichten Status langfristig zu sichern, darunter geschultes Gesundheitspersonal, integrierte Überwachungssysteme und die Möglichkeit, neu auftretende Trichiasis-Fälle frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Trachom-Eliminierung bleibt global eine Herausforderung in armen und abgelegenen Regionen

Trotz des Erfolgs in El Salvador bleibt Trachom in mehreren Ländern weiterhin ein relevantes Gesundheitsproblem. Besonders betroffen sind armutsgeprägte Regionen mit eingeschränktem Zugang zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und medizinischer Betreuung. In der Region kommt die Erkrankung nach WHO-Angaben weiterhin in ländlichen und abgelegenen Gebieten Brasiliens, Kolumbiens, Guatemalas und Perus vor.

Die WHO verfolgt das Ziel, Trachom bis 2030 weltweit als Problem der öffentlichen Gesundheit zu eliminieren. Die Validierung El Salvadors unterstreicht, dass konsequente Prävention, gute Primärversorgung und systematische Überwachung auch bei vernachlässigten Tropenkrankheiten nachhaltige Erfolge ermöglichen können.

Die WHO-Validierung für El Salvador ist ein ermutigendes Beispiel dafür, wie sich vermeidbare Erblindung durch langfristige, koordinierte Maßnahmen wirksam zurückdrängen lässt. Für die internationale Augenheilkunde und Public Health markiert der Erfolg einen wichtigen Fortschritt im Kampf gegen eine der weltweit bedeutendsten infektiösen Augenkrankheiten.

Quelle: El Salvador validated by WHO as having eliminated trachoma as a public health problem

Christoph Hillermann-Giannoutsos