Anzeige
Home | Produkte | Ikonische Brillenträger Part 2: Brillen der Musikgeschichte – Wie Musiker Brillen zu Kultobjekten machten
Produkte

Ikonische Brillenträger Part 2: Brillen der Musikgeschichte – Wie Musiker Brillen zu Kultobjekten machten

Brillen sind in der Musikbranche weit mehr als funktionale Sehhilfen: Seit den 1950er Jahren prägen sie das Erscheinungsbild internationaler Künstler, unterstreichen musikalische Identitäten und werden nicht selten selbst zu Ikonen der Popkultur. Manche Fassungen sind so eng mit ihren Trägern verbunden, dass sie bis heute als Synonym für ganze Musikrichtungen gelten. Daran zeigt sich eindrucksvoll, welchen Einfluss prominente Persönlichkeiten auf Brillentrends und das Kaufverhalten ihrer Fans ausüben können.

Ikonische Brillenträger Part 2: Brillen der Musikgeschichte - Wie Musiker Brillen zu Kultobjekten machten

Brillen in der Musikbranche: vom Accessoire zum echten Markenzeichen

Musik lebt von Wiedererkennbarkeit. Während sich Künstler musikalisch stetig weiterentwickeln, bleibt ihr äußeres Erscheinungsbild häufig über Jahrzehnte konstant. Genau hier kommt die Brille ins Spiel. Sie schafft Identität, vermittelt Persönlichkeit und wird oftmals zum festen Bestandteil einer Marke.

Anders als im Film, wo Brillen häufig einer Rolle dienen, spiegeln sie in der Musikbranche meist den persönlichen Stil des Künstlers wider. Ob bewusst extravagant, minimalistisch oder provokant gestaltet: Die Wahl der Fassung transportiert Botschaften, noch bevor der erste Ton erklingt.

Internationale Musikikonen und ihre markanten Brillen als stilprägende Vorbilder

John Lennon, 1974 (Bild: © Tony Barnard / Los Angeles Times)
John Lennon, 1974 (Bild: © Tony Barnard / Los Angeles Times)

Zu den bekanntesten Brillenträgern der Musikgeschichte zählt ohne Zweifel John Lennon. Seine kleine runde Nickelbrille entwickelte sich weit über ihre eigentliche Funktion hinaus zum Symbol der Friedensbewegung und der Gegenkultur der 1960er & 70er Jahre. Heute wird diese Fassungsform vielfach schlicht als John Lennon Brille bezeichnet.

John Lennons Originalbrille (Bild: © PolizeiBerlin)
John Lennons Originalbrille (Bild: © PolizeiBerlin)

Einen völlig gegensätzlichen Ansatz verfolgt Elton John. Seit Jahrzehnten nutzt der Musiker Brillen als Teil seiner Bühnenshow und präsentiert sich mit übergroßen, farbenfrohen oder mit Schmuckelementen versehenen Fassungen. Seine umfangreiche Sammlung gilt als eine der bekanntesten der Musikbranche und zeigt eindrucksvoll, wie eng Mode und Musik miteinander verbunden sein können.

Elton John, 2023 (Bild: © Raph_PH)
Elton John, 2023 (Bild: © Raph_PH)

Bereits in den 1950er Jahren veränderte Buddy Holly die Wahrnehmung klassischer Korrektionsbrillen nachhaltig. Seine markante, kräftige Kunststofffassung in Hornoptik machte deutlich, dass auch ein Rockmusiker bewusst zu einer auffälligen Sehhilfe greifen kann. Viele Experten sehen darin einen Wendepunkt für das öffentliche Bild des Brillenträgers in der Popmusik.

Eine ähnliche Rolle nahm Hank Marvin von The Shadows in Großbritannien ein. Auch er etablierte die markante Hornoptik als festen Bestandteil seines Bühnenauftritts und prägte damit das Erscheinungsbild einer ganzen Gitarristengeneration.

Janis Joplin wiederum verband große, getönte Rundbrillen mit der Ästhetik der Hippiebewegung. Ihre Fassungen wurden zum Sinnbild der späten 1960er Jahre und spiegelten den freien, unkonventionellen Geist der damaligen Rockszene wider.

Janis Joplin (Bleistiftzeichnung. © Pencil portrait drawing by PETER DIX / @peterdixarttist)
Janis Joplin (Bleistiftzeichnung. © Pencil portrait drawing by PETER DIX / @peterdixarttist)

Von Soul bis Heavy Metal: Wie Sonnenbrillen und ikonische Fassungen Musiker unverwechselbar machen

Kaum ein Musiker war so eng mit einer Sonnenbrille verbunden wie Ray Charles. Die dunklen Gläser wurden zu einem unverwechselbaren Erkennungszeichen der blinden Soul-Legende und begleiteten ihn durch seine gesamte Karriere.

Stevie Wonder, 1973. (Bild: © Motown Records)
Stevie Wonder, 1973. (Bild: Public Domain © Motown Records)

Funk- und Soul-Sänger Stevie Wonder trägt seine charakteristische Sonnenbrille, da er kurz nach seiner Geburt erblindete. Ursache war die Frühgeborenen-Retinopathie (eine Netzhauterkrankung), die durch zu viel Sauerstoff im Brutkasten ausgelöst wurde. Die Brille, die eigentlich dem Schutz seiner empfindlichen Augen dient, ist heute sein Markenzeichen. Die Brille wurde über die Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil seines Images, weshalb er fast nie ohne sie in der Öffentlichkeit auftritt.

Roy Orbison schuf mit seiner charakteristischen schwarzen, Wayfarer-inspirierten Sonnenbrille ein Image, das bewusst Distanz und Geheimnis ausstrahlte. Seine Auftritte ohne dunkle Gläser blieben die Ausnahme und verstärkten den hohen Wiedererkennungswert zusätzlich.

Auch Ozzy Osbourne entwickelte die runden, dunkel getönten Teashades zu einem festen Bestandteil seines Bühnenimages. Zusammen mit seinem unverwechselbaren Auftreten entstand ein Look, der bis heute eng mit dem Heavy Metal verbunden wird.

Ozzy Osbourne, 2010 (Bild: © F darkbladeus)
Ozzy Osbourne, 2010 (Bild: © F darkbladeus)

Slash von Guns N’ Roses setzt ebenfalls seit Jahrzehnten auf eine konstante Bildsprache. Seine dunkle Pilotenbrille bildet gemeinsam mit Zylinder und lockigem Haar eine der bekanntesten Silhouetten der Rockmusik.

Slash, 2022. (Bild: © Kreepin Deth. Licensed under the Creative Commons license.)
Slash, 2022. (Bild: © Kreepin Deth. Licensed under the Creative Commons license.)

Pop, Punk und Britpop: Wie Brillen Trends prägen und Subkulturen visuell definieren

In den späten 1970er Jahren prägte Elvis Costello mit seiner schwarzen Rechteckbrille den Look der New Wave Bewegung. Seine Fassung unterstrich den intellektuellen und leicht exzentrischen Stil, der seine Musik ebenso charakterisierte wie seine öffentliche Wahrnehmung.

Joey Ramone kombinierte runde, leicht getönte Brillen mit Lederjacke und langen Haaren. Dieses Erscheinungsbild wurde zu einem Ausdruck der amerikanischen Punkbewegung.

Jarvis Cocker von Pulp verlieh in den 1990er Jahren klassischen Retrobrillen neue Popularität. Seine bewusst altmodischen Fassungen passten ideal zum Britpop und beeinflussten den Vintage-Trend weit über die Musikszene hinaus.

PULP-Frontmann Jarvis Cocker, 2007 (Bild: © Bertrand from Paris, France)
PULP-Frontmann Jarvis Cocker, 2007 (Bild: © Bertrand from Paris, France)

Kurt Cobain wiederum schrieb mit einer weißen ovalen Sonnenbrille Designgeschichte. Die auffällige Fassung entwickelte sich zu einem Symbol der Grunge-Bewegung und zählt bis heute zu den meistzitierten Stilmerkmalen der 1990er Jahre.

Liam Gallagher (und auch Oasis als Band) haben nie einen Hehl aus ihrer riesigen Bewunderung für The Beatles gemacht. Liams Entscheidung, in den 90er Jahren exakt diese runden Nickelbrillen (die “Teashades”) zu tragen, war eine absolut bewusste, visuelle Hommage an John Lennon. Besonders ikonisch wurde dieser Look 1995 im Musikvideo zu “Wonderwall”, wo er genau diese runden Gläser trug.

Auch Anastacia nutzt Brillen konsequent als Bestandteil ihres öffentlichen Auftritts. Getönte oder nahezu rahmenlose Gläser gehören seit vielen Jahren zu ihrem charakteristischen Erscheinungsbild und unterstreichen ihren modernen Popstil.

Sängerin Anastacia, 2023. (Bild: © Sven Mandel / CC-BY-SA-4.0)
Sängerin Anastacia, 2023. (Bild: © Sven Mandel / CC-BY-SA-4.0)

Bootsy Collins verfolgt dagegen einen bewusst spektakulären Ansatz. Seine häufig sternförmigen oder verspiegelt gestalteten Sonderanfertigungen zeigen, wie Brillen auf der Bühne zu eigenständigen Kunstobjekten werden können.

Bootsy Collins (Bild: © Juanbobadilla)
Bootsy Collins (Bild: © Juanbobadilla)

Bono von U2 ist seit den 1990er Jahren nahezu ausschließlich mit farbig getönten Sonnenbrillen zu sehen. Wie der Musiker selbst erklärte, spielen dabei gesundheitliche Gründe eine Rolle: Er leidet seit über 20 Jahren an Grünem Star (Glaukom). Diese Krankheit macht die Augen extrem lichtempfindlich. Die Sonnenbrille schützt ihn vor zu starkem Lichteinfall und hilft, seine Sehkraft zu bewahren. Gleichzeitig wurde die Brille zu einem festen Bestandteil seiner Identität.

U2 Frontmann Bono, 2017 (Bild: © Daniel Hazard)
U2 Frontmann Bono, 2017 (Bild: © Daniel Hazard)

Auch Snoop Dogg setzt seit vielen Jahren auf markante Sonnenbrillen und gelegentlich klare Korrektionsfassungen, die seinen entspannten West-Coast-Stil unterstreichen und seine öffentliche Wahrnehmung prägen.

Deutsche Musiker und ihre ikonischen Brillen als starke visuelle Marken

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Musiker, deren Brillen längst zum Markenzeichen geworden sind. Auch Heino trägt seine dunkle Sonnenbrille ursprünglich aus medizinischen Gründen: In den 1970er Jahren erkrankte der Sänger an Morbus Basedow, einer Schilddrüsenüberfunktion. Die Autoimmunerkrankung führte zu einer endokrinen Orbitopathie, bei der seine Augen stark hervortraten und er extrem lichtempfindlich wurde. Die Brille schützte ihn und wurde im Laufe der Zeit zu seinem unverkennbaren Markenzeichen bzw. sogar zu einem der bekanntesten Wiedererkennungsmerkmale des deutschen Schlagers.

Udo Lindenberg, 2014. (Bild: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Udo Lindenberg, 2014. (Bild: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

Udo Lindenberg verbindet seit Jahrzehnten Hut, Zigarre und dunkle Sonnenbrille zu einem unverwechselbaren Gesamtbild. Seine Brille gehört heute ebenso selbstverständlich zu seiner öffentlichen Identität wie seine Musik.

Mark Forster tritt fast ausschließlich mit markanter dunkler Korrektionsbrille auf. Gemeinsam mit seiner Baseballcap entstand daraus ein Erscheinungsbild, das ihn unmittelbar erkennbar macht.

Mark Forster, 1LIVE Krone 2016 (© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Mark Forster, 1LIVE Krone 2016 (© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

Jan Delay setzt auf stilistisch abgestimmte Sonnen- und Korrektionsbrillen, die seinen von Funk und Soul geprägten Modegeschmack unterstreichen. Im Deutschrap wiederum prägt Apache 207 mit dunklen Retro-Sonnenbrillen seinen modernen Look, während Sido nach dem Ende seiner Masken-Ära die markante schwarze Korrektionsbrille zu seinem neuen visuellen Markenzeichen entwickelte.

Brillen als Erfolgsfaktor: Wie prominente Brillenträger Trends und Kaufverhalten beeinflussen

Die Geschichte prominenter Musiker zeigt eindrucksvoll, dass Brillen weit mehr sein können als funktionale Sehhilfen. Sie transportieren Persönlichkeit, schaffen Wiedererkennung und beeinflussen Modetrends über Jahrzehnte hinweg. Zahlreiche Fassungen wurden erst durch ihre prominenten Träger zu begehrten Stilobjekten und fanden ihren Weg von der Konzertbühne in den Alltag vieler Verbraucher.

Für Augenoptiker bietet diese Entwicklung interessante Anknüpfungspunkte. Kunden orientieren sich häufig an bekannten Persönlichkeiten und suchen gezielt nach Fassungen, die an ikonische Musiker erinnern oder deren Stil aufgreifen.

Ikonische Brillenträger der Musikgeschichte zeigen, wie eng Musik, Mode und Augenoptik miteinander verbunden sind. Ob John Lennon, Elton John, Ray Charles, Bono oder Udo Lindenberg: Ihre Brillen sind längst Teil ihres kulturellen Vermächtnisses geworden. Für die Augenoptik bleibt die Musikbranche deshalb eine bedeutende Inspirationsquelle, wenn es um Design, Markenidentität und die emotionale Wirkung von Brillenfassungen geht.

Ikonische Brillenträger Part 2: Brillen der Musikgeschichte - Wie Musiker Brillen zu Kultobjekten machten
Bilder: © Tony Barnard / Los Angeles Times; Eric Koch / Anefo; Joost Evers / Anefo; Raph_PH; Pencil portrait drawing by PETER DIX / @peterdixarttist; Public Domain – Motown Records; F darkbladeus; Kreepin Deth. Licensed under the Creative Commons license; Bertrand from Paris, France; Daniel Hazard; Sven Mandel / CC-BY-SA-4.0

Mehr über ikonische Brillenträger zum nachlesen in unserer Reihe: Ikonische Brillenträger Part 1: Brillen im Film

Christoph Hillermann-Giannoutsos
Anzeige
Anzeige