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Brillen beliebter als Kontaktlinsen bei Kindern

Kontaktlinsen bei Kindern im Grundschulalter mit Sehkorrektionsbedarf spielen bislang kaum eine Rolle. Das zeigt eine von CooperVision initiierte Befragung an 263 Grundschulen in Deutschland. Gleichzeitig berichten Lehrkräfte von Problemen mit Brillen beim Sport und wünschen sich mehr Informationen zu Kurzsichtigkeit und Augengesundheit.

Brillen beliebter als Kontaktlinsen bei Kindern
Bild: © creativeart / Magnific

Brille dominiert bei Kindern mit Sehkorrektur

Nach Angaben von CooperVision tragen 98 Prozent der Kinder, die eine Sehhilfe benötigen, eine Brille. Kontaktlinsen bleiben im Grundschulalter damit die Ausnahme.

Als häufigste Sehauffälligkeit nennen die befragten Lehrkräfte Kurzsichtigkeit (Myopie). Dabei erscheinen weiter entfernte Objekte – etwa die Tafel – unscharf. Die Befragung bildet allerdings die Einschätzung der Lehrkräfte ab und ersetzt keine augenmedizinische Untersuchung.

An 71 Prozent der teilnehmenden Grundschulen gibt es laut Befragung keine festen Abläufe zum Thema Augengesundheit. Mit Blick auf die zunehmende Bedeutung der Myopie bei Kindern deutet dies auf weiteren Informationsbedarf hin.

Brillen beim Schulsport als praktische Herausforderung

63 Prozent der befragten Lehrkräfte berichten, dass Kinder Sorge haben, ihre Brille beim Sport zu beschädigen. 53 Prozent beobachten Unsicherheiten bei Ballspielen. An 43 Prozent der Schulen nehmen Kinder demnach teilweise ohne Brille am Sportunterricht teil. Welche konkreten Auswirkungen dies auf die visuelle Orientierung oder die Teilnahme am Unterricht hat, wurde in der Befragung nicht untersucht.

Gerade im Sportunterricht zeigt sich, wie wichtig eine passende Sehkorrektur für Kinder sein kann. Wenn eine Brille aus Sorge vor Beschädigungen abgelegt wird, können Bewegungsabläufe, Entfernungen und heranfliegende Bälle möglicherweise schwerer eingeschätzt werden. Die Befragung untersucht jedoch nicht, welche konkreten Folgen daraus entstehen. Kontaktlinsen können für manche Kinder eine Option sein, setzen aber einen verantwortungsvollen Umgang und eine konsequente Hygiene voraus. Entscheidend ist deshalb eine individuelle Beratung, bei der Alter, Motivation und Selbstständigkeit des Kindes berücksichtigt werden. So lässt sich gemeinsam mit Eltern und Fachleuten prüfen, welche Lösung im Schulalltag sicher, praktisch und passend ist.

CooperVision stellt Kontaktlinsen insbesondere für Sport und Bewegung als mögliche Alternative zur Brille dar. Sie können nicht durch ein Brillengestell das Gesichtsfeld begrenzen und verrutschen beim Sport nicht. Ob sie für ein Kind geeignet sind, hängt jedoch unter anderem von dessen Alter, Reife und sicherem Umgang mit den Linsen ab. Auch die Einhaltung der Hygienevorgaben ist entscheidend.

Lehrkräfte berichten über seltene Nutzung von Kontaktlinsen bei Kindern

Lediglich 14 Prozent der befragten Lehrkräfte bewerten den Einsatz von Kontaktlinsen bei Kindern positiv. Jeweils rund 28 Prozent äußern sich neutral bzw. zurückhaltend. Weitere 27 Prozent sind unsicher.

Als Gründe nennt CooperVision fehlende Erfahrung und Kenntnisse sowie Bedenken beim selbstständigen Umgang der Kinder mit Kontaktlinsen und bei der Hygiene. Die Ergebnisse spiegeln die Einschätzungen der Lehrkräfte wider und stellen keine medizinische Bewertung dar.

Myopie bei Kindern: Wunsch nach mehr Informationen

67 Prozent der befragten Lehrkräfte wünschen sich mehr Angebote zur Früherkennung von Kurzsichtigkeit im Schulalltag. Jeweils 73 Prozent würden Experimentier- und Mitmachmaterial sowie eine kurze Handreichung für Lehrkräfte als hilfreich ansehen.

Der Informationsbedarf bezieht sich damit nicht nur auf Kontaktlinsen. Im Mittelpunkt stehen auch die frühzeitige Erkennung von Sehproblemen und der Umgang mit Augengesundheit im Schulalltag.

CooperVision verweist außerdem auf spezielle Kontaktlinsen, die neben der Sehkorrektur zur Verlangsamung der Myopieprogression eingesetzt werden können. Damit ist das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit gemeint. Ob eine solche Versorgung infrage kommt, hängt von den individuellen Voraussetzungen des Kindes und der fachlichen Beurteilung ab. Die konkreten Produktangaben stammen aus der Herstellerkommunikation.

Mit der Kampagne „Sehen ist Lernen“ möchte CooperVision Lehrkräfte und Eltern für den Zusammenhang zwischen Sehen und Lernen sowie für Kurzsichtigkeit und mögliche Versorgungsoptionen sensibilisieren.

Die Befragung zeigt, dass die Brille bei Grundschulkindern mit Sehkorrektionsbedarf weiterhin deutlich dominiert. Kontaktlinsen spielen bislang nur eine geringe Rolle. Gleichzeitig berichten Lehrkräfte von Problemen mit Brillen beim Sport und einem deutlichen Wunsch nach verständlichen Informationen zu Myopie, Früherkennung und Augengesundheit. Die Ergebnisse können daher einen Anlass für einen stärkeren Austausch zwischen Schulen, Eltern und augenoptischen bzw. augenmedizinischen Fachkreisen bieten.

Quelle: DOZ-Verlag “CooperVision-Befragung an GrundschulenKontaktlinsen bei Kindern bleiben Ausnahme“

Christoph Hillermann-Giannoutsos