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Nachhaltige Brillen Part 5: Planctons verarbeitet Ozeanplastik zu Brillenfassungen

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, fragen Kunden gezielt nach ressourcenschonenden Materialien und transparenten Produktionsprozessen. Genau aus diesem Bedarf entstand das Schweizer Start-up Planctons. Das Unternehmen fertigt Brillenfassungen aus recyceltem Ozeanplastik und verbindet Materialinnovation mit Kreislaufwirtschaft.

Nachhaltige Brillen Part 5: Planctons verarbeitet Ozeanplastik zu Brillenfassungen
Bild: © Planctons / Davit Hettich

Planctons: Wie aus Ozeanplastik nachhaltige Brillenfassungen entstehen

Die Geschichte von Planctons beginnt 2019. Ralph Etlin und Jens Singer von der Optik Ott AG in Sarnen wurden im Beratungsgespräch immer wieder nach nachhaltigen Brillen gefragt. Eine passende Lösung gab es nicht. Statt die Nachfrage offen zu lassen, entwickelten sie gemeinsam mit dem Entwickler Dominik Gasser ihr eigenes Konzept.

Auf der Suche nach einem geeigneten Material stießen sie auf Tide Ocean aus Basel. Das Unternehmen sammelt mit Partnern Kunststoffabfälle in Südostasien ein, bevor sie ins Meer gelangen, und verarbeitet sie zu Kunststoffgranulat. Aus diesem Material entstehen heute die Planctons-Fassungen. Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits mehr als 25 Millionen PET-Flaschen wiederverwertet.

Vom Ozeanplastik-Granulat zur marktreifen Brillenfassung aus Recyclingmaterial

Der Weg zur fertigen Brillenfassung war anspruchsvoll. Zunächst bestellten die Gründer nur kleine Testmengen des Granulats. Schnell zeigte sich, dass für die Verarbeitung viel Entwicklung nötig war. Gemeinsam experimentierten sie mit Materialien, Werkzeugen und Verfahren, bis eine stabile und alltagstaugliche Fassung entstand.

Heute umfasst die Kollektion 21 Fassungsformen in mehreren Farbvarianten. Produziert wird in Lungern in der Zentralschweiz. Der Vertrieb erfolgt über ausgewählte Schweizer Augenoptiker.

Planctons Botschafter & Unterwasserfotograf David Hettich äußerte sich zum Thema Plastikmüll in den Ozeanen wie folgt: «Es trifft nicht nur die großen Fische, Seevögel und Schildkröten, sondern vor allem auch Mikroorganismen, die für die Atmung der Ozeane verantwortlich sind[…]. Wenn das Meer «umkippt», haben auch wir Menschen kaum mehr Überlebenschancen. […] Wir können nur schützen, was wir kennen. Und in diesem Sinne, werde ich einem breiten Publikum die einzigartigen Schätze der Weltmeere zeigen und Projekte wie Planctons unterstützen.»

Kreislaufwirtschaft bei Brillen: Wie Produktion & Rücknahme bei Planctons verbunden werden

Planctons setzt auf einen geschlossenen Materialkreislauf. Ausgediente Fassungen werden zurückgenommen und zusammen mit Produktionsresten erneut recycelt. Auch Etui und Brillenputztuch bestehen aus recycelten Materialien. Jede Fassung weist durch das Recyclingmaterial eine individuelle Struktur auf und bleibt damit ein Unikat.

Laut Unternehmen sind die Fassungen TÜV-geprüft, schadstofffrei und für Verglasung sowie Anpassung geeignet. Damit verbindet Planctons Nachhaltigkeit mit den Anforderungen des klassischen Brillengeschäfts.

Nachhaltige Brillenfassungen aus der Schweiz

Die Fertigung erfolgt in der Schweiz, was für viele Augenoptiker ein zusätzliches Qualitätsargument sein kann. Regionaler Bezug, transparente Prozesse und recycelte Materialien greifen bei Planctons direkt ineinander. Das schafft eine klare Positionierung im wachsenden Markt für nachhaltige Brillen.

Größere Aufmerksamkeit erhielt Planctons durch den Auftritt bei Höhle der Löwen Schweiz. Ein Investment kam zwar nicht zustande, doch die Marke wurde deutlich bekannter. Für das Unternehmen war das vor allem ein Sichtbarkeitsschub.

Planctons zeigt, wie aus einer konkreten Nachfrage im Fachgeschäft ein nachhaltiges Brillenkonzept entstehen kann. Das Unternehmen verbindet Ozeanplastik, regionale Produktion und Kreislaufwirtschaft zu einem klaren Angebot für die Augenoptik. Für Optiker ist das ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit zu einem echten Differenzierungsmerkmal werden kann.

Quelle: Planctons – Materials: Jede Planctons Brille besteht aus 100% Ozean-Plastik

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit erfahrt in unserem ersten Teil unserer Reihe: 

Nachhaltige Brillen Part 1: FUNK/SCHUSTER stellt Fassungen aus Zigarettenfiltern her

Sowie in unserem zweiten, dritten & vierten Teil:

Nachhaltige Brillen Part 2: rolf lebt Nachhaltigkeit als Grundprinzip

Nachhaltige Brillen Part 3: SEA2SEE macht aus Meeresplastik nachhaltige Brillenfassungen

Nachhaltige Brillen Part 4: Eco Eyewear pflanzt 4,2 Mio. Bäume

Christoph Hillermann-Giannoutsos
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