Am 12. August 2026 ist Günther Hubrach im Alter von 87 Jahren gestorben. Fast vier Jahrzehnte lang hat er gemeinsam mit Werner Rupp den Bamberger Brillenglashersteller Rupp + Hubrach geprägt – als Ingenieur, als Unternehmer und als jemand, dem der Mensch hinter der Technik nie aus dem Blick geriet. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für ein Unternehmen, das die deutsche Brillenglasindustrie über Jahrzehnte mitgestaltet hat.

Günther Hubrach wurde am 18. März 1939 geboren und trat im Januar 1966 bei Rupp + Hubrach ein. Während sich sein Geschäftspartner Werner Rupp vor allem um den Vertrieb kümmerte, widmete sich Hubrach mit Leidenschaft der Produktion und Entwicklung des Unternehmens. 1983 übernahmen beide gemeinsam als Inhaber die Geschäftsführung und lenkten das Unternehmen über die folgenden rund zwei Jahrzehnte – bis sie sich 2003 gemeinsam aus dem operativen Geschäft zurückzogen.
Ein Ingenieur, der Fortschritt als Chance verstand
In der Rückschau zeichnen sich vor allem zwei Eigenschaften ab, die Hubrachs unternehmerisches Wirken bestimmten: der Blick nach vorn und die Bereitschaft, in neue Technologien zu investieren, lange bevor sie zum Branchenstandard wurden. Frühzeitig setzte er auf moderne Maschinentechnologien und ging Entwicklungspartnerschaften mit Unternehmen wie Satisloh und Schneider ein – Kooperationen, die zur technischen Wettbewerbsfähigkeit von Rupp + Hubrach beitrugen.
Genauso wichtig war ihm die Verbindung zwischen Industrie und Wissenschaft. Er förderte den Austausch mit Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut sowie mit augenoptischen Hochschulen und sah darin einen wesentlichen Antrieb für neue Ideen. Aus dieser Überzeugung heraus entstand 1990 der Rupp + Hubrach-Wissenschaftspreis, den Hubrach ins Leben rief, um herausragende wissenschaftliche Arbeiten des augenoptischen Nachwuchses zu würdigen. Der Preis wird bis heute vergeben und bleibt eng mit seinem Namen verbunden.
Auch strategisch bewies Hubrach Weitsicht: Mit dem Aufbau eines Auslandsstandorts im irischen Blessington schuf er früh eine Grundlage, von der Rupp + Hubrach nach Unternehmensangaben bis heute profitiert.
Menschliche Nähe als Unternehmensprinzip
Bei allem technischen Ehrgeiz stand für Günther Hubrach der Mensch im Mittelpunkt. Nach Darstellung des Unternehmens war ihm das Wohl der Mitarbeitenden ein besonderes Anliegen: Er hatte stets ein offenes Ohr für die Belegschaft und war persönlich ansprechbar. Diese Haltung floss auch in die Unternehmensorganisation ein – unter seiner Führung wurde die „Konsequente Teamarbeit” (KTA) eingeführt, ein Ansatz, der Eigenverantwortung und bereichsübergreifendes Denken stärken sollte und das Miteinander bei Rupp + Hubrach bis heute prägt.
Christian Pflaum, heutiger Geschäftsführer von Rupp + Hubrach, würdigte Hubrachs Wirken mit den Worten: „Günther Hubrach hat sehr vorausschauend gedacht und Entscheidungen getroffen, von denen Rupp + Hubrach noch heute profitiert. Die unter ihm eingeführte ‘Konsequente Teamarbeit’ prägt weiterhin unser Miteinander. Für seine unternehmerische Weitsicht steht für mich stellvertretend unser Auslandsstandort in Blessington, Irland. Aber auch sein Gestaltungswille und seine Haltung gegenüber den Menschen im Unternehmen bleiben für uns ein wichtiges Vermächtnis.”
Ein Vermächtnis, das weiterwirkt
Nach seinem Rückzug aus dem Unternehmen im Jahr 2003 blieb der Einfluss Günther Hubrachs sichtbar – in der engen Verbindung von Rupp + Hubrach zu Wissenschaft und Forschung, in der Förderung des augenoptischen Nachwuchses über den nach ihm mitgeprägten Wissenschaftspreis und in einer Unternehmenskultur, die weiterhin von Zusammenarbeit und persönlichem Austausch getragen wird.
Rupp + Hubrach erklärte, dem Unternehmer zutiefst dankbar zu sein für sein jahrzehntelanges Wirken, seinen Mut, neue Wege zu gehen, und seine außergewöhnliche Verbundenheit mit dem Unternehmen. Seine Ideen, seine Haltung und seine Menschlichkeit würden bei Rupp + Hubrach weiterwirken.
Quelle: Rupp + Hubrach







