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Trockene Augen: Studie zeigt starke Auswirkungen auf mentales & emotionales Wohlbefinden

Trockene Augen beeinträchtigen weit mehr als nur den Sehkomfort. Neben typischen Symptomen wie Brennen, Rötungen oder einem Fremdkörpergefühl kann die Erkrankung auch das emotionale Wohlbefinden, das Selbstvertrauen und die Leistungsfähigkeit im Alltag beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt die dritte jährliche State of Dry Eye-Studie des Herstellers Bausch + Lomb. Die aktuellen Daten unterstreichen, dass das Trockene Auge als komplexe, multifaktorielle Erkrankung betrachtet werden sollte, deren Folgen über die rein körperlichen Beschwerden hinausreichen.

Trockene Augen: Studie zeigt starke Auswirkungen auf mentales & emotionales Wohlbefinden
Bild: © Bausch + Lomb / Nik Shuliahin, Unsplash / Adrian Swancar, Unsplash

Psychische Belastung durch trockene Augen: Neue Studiendaten zu Stress, Angst und emotionaler Gesundheit

Laut Bausch + Lomb wurden im Mai 2026 insgesamt 1.000 erwachsene US-Bürger befragt, die entweder regelmäßig unter Symptomen trockener Augen leiden oder bei denen die Diagnose Trockenes Auge gestellt wurde. Die Onlinebefragung wurde vom Marktforschungsinstitut The Harris Poll durchgeführt. Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass 22 Prozent der Befragten angaben, die Beschwerden würden ihr Selbstvertrauen negativ beeinflussen. 20 Prozent berichteten über eine Beeinträchtigung ihres emotionalen Wohlbefindens. 33 Prozent erklärten, dass die Symptome Stress oder Ängste verstärken. 29 Prozent sahen Auswirkungen auf ihre Produktivität, 28 Prozent auf ihre Stimmung.

Damit erweitert die aktuelle Erhebung die Erkenntnisse der beiden Vorgängerstudien, die sich vor allem auf körperliche Einschränkungen im Alltag konzentriert hatten. Erstmals rücken die psychischen und emotionalen Folgen stärker in den Fokus. Andrew Stewart, President Global Pharmaceuticals and International Consumer bei Bausch + Lomb, betonte in der Pressemitteilung, dass die neuen Ergebnisse unterstrichen die Komplexität des Krankheitsbildes. Eine wirksame Behandlung könne nicht nur körperliche Beschwerden lindern, sondern Betroffenen dabei helfen, sich insgesamt besser zu fühlen.

Behandlung bei trockenem Auge: Warum verschreibungspflichtige Augentropfen das Leben stärker verändern als rezeptfreie Produkte

Die Studie untersuchte zudem, wie Betroffene den Nutzen ihrer Behandlung einschätzen. Besonders deutlich fielen die Unterschiede zwischen Anwendern verschreibungspflichtiger Medikamente und Nutzern frei verkäuflicher Präparate aus. Von den Befragten, deren Stress- oder Angstlevel durch das Trockene Auge beeinträchtigt wurde, berichteten 73 Prozent nach Beginn einer Behandlung über eine Verbesserung in diesem Bereich.

Nutzer verschreibungspflichtiger Augentropfen gaben signifikant häufiger an, dass sich Selbstvertrauen, Produktivität, Stimmung und emotionales Wohlbefinden deutlich oder erheblich verbessert hätten, im Vergleich zu Nutzern, die ausschließlich rezeptfreie Produkte verwendeten.

Das Unternehmen weist jedoch darauf hin, dass die Vergleichsgruppe der ausschließlich mit rezeptfreien Präparaten behandelten Teilnehmer bei einzelnen Auswertungen weniger als 100 Personen umfasste. Die Unterschiede sollten daher mit entsprechender Zurückhaltung interpretiert werden, da es sich um Subgruppen-Analysen mit kleiner Fallzahl handelt.

Ursachen von trockenem Auge im Fokus: Große Wissenslücken zu Hormonen, Autoimmunerkrankungen und Wechseljahren

Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft das Wissen über mögliche Zusammenhänge zwischen trockenen Augen und anderen Erkrankungen. Nach Angaben von Bausch + Lomb wusste die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer nicht, dass trockene Augen unter anderem mit hormonellen Veränderungen oder Autoimmunerkrankungen in Verbindung stehen können. Konkret war 90 Prozent der Befragten nicht bekannt, dass Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren auftreten können. Fast 80 Prozent wussten nicht, dass trockene Augen mit Autoimmunerkrankungen verbunden sein können.

Nur jeweils rund 8 Prozent kannten mögliche Zusammenhänge mit Lupus oder Typ-1-Diabetes. Lediglich 7 Prozent war die Verbindung zur rheumatoiden Arthritis bekannt. Aus ophthalmologischer Sicht gilt das Trockene Auge als multifaktorielle Erkrankung. Mehrere Ursachen wirken zusammen. Neben einer verminderten Tränenproduktion spielen unter anderem eine unzureichende Qualität des Tränenfilms, Entzündungsprozesse, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente, Umweltfaktoren, das Alter sowie Begleiterkrankungen eine Rolle.

Auch wenn es Augenoptiker nur indirekt betrifft: Bei anhaltenden oder stark belastenden Symptomen ist eine frühzeitige Empfehlung bzw. Weiterleitung an einen Augenarzt oder entsprechend qualifizierten Augenexperten ratsam, besonders wenn auch von psychischen Begleiterscheinungen wie verstärkter Stress, Ängste oder ein spürbarer Vertrauensverlust im Alltag berichtet werden.

Die aktuelle State of Dry Eye-Studie unterstreicht eindrücklich, dass das Trockene Auge weit mehr ist als ein lokales Komfortproblem an der Augenoberfläche. Die erhobenen Daten zeigen klare Zusammenhänge zwischen trockenen Augen und psychischer Belastung, von reduziertem Selbstvertrauen bis hin zu verstärktem Stress und Ängsten. Für die optometrische Praxis bedeutet das, bei anhaltenden oder belastenden Symptomen frühzeitig an einen Augenarzt oder entsprechend qualifizierten Augenexperten zu überweisen. Nur durch eine ganzheitliche Betrachtung, die sowohl körperliche als auch emotionale Aspekte berücksichtigt, können Betroffene langfristig entlastet und ihre Lebensqualität spürbar verbessert werden.

Mehr Informationen zur Studie: New Bausch + Lomb Data Show that Addressing Dry Eye Symptoms is Associated with Improved Quality of Life, Including Lower Anxiety and Increased Self-Confidence

Know Your Dry Eye | Symptoms, Causes, & Treatment Options

Christoph Hillermann-Giannoutsos
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