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Kontaktlinsen-Anpassung in der Praxis: Tipps von Expertin Katharina Manz für Augenoptiker

Vor kurzem haben wir über die Nachwuchsförderung bei CooperVision berichtet und dabei ein inspirierendes Beispiel vorgestellt: Katharina Manz, Augenoptikerin und junge Expertin auf dem Gebiet der Kontaktlinsenanpassung. Jetzt haben wir die Gelegenheit genutzt, ihr ein paar Fragen zu stellen – und spannende Einblicke aus der Praxis erhalten, die für alle Augenoptiker im Alltag relevant sind.

Kontaktlinsen-Anpassung in der Praxis - Tipps von Expertin Katharina Manz für Augenoptiker
Katharina Manz ist Expertin für Kontaktlinsen.

Für wen sind Kontaktlinsen geeignet? Die richtigen Kunden finden

Katharina Manz ist Expertin für die Kontaktlinsenanpassung. Wir haben ihr einmal direkt ein paar Fragen gestellt.

Wie sieht eigentlich die Zielgruppe für Kontaktlinsen aus? Laut Katharina Manz gebe es zwar die reinen Kontaktlinsen- und Brillenträger. Aber am häufigsten sei die Kombination aus beiden – also die Kontaktlinse als Ergänzung zur Brille. „Gerade weiche Kontaktlinsen werden häufig situativ getragen und sind damit für viele Kundinnen und Kunden eine sinnvolle Ergänzung zur Brille“, erklärt sie.

So erkennen Augenoptiker den richtigen Kontaktlinsen-Typ

Zuerst müsse man jedoch herausfinden, welcher Typ der Kunde überhaupt ist. „Ich spreche das Thema Kontaktlinsen im Beratungsgespräch aktiv an und frage gezielt nach. Und ganz wichtig: Zuhören. Damit beginnt eine gute Kontaktlinsenanpassung. Was wünscht sich die Kundin? Wie sieht ihr Alltag aus? In welchen Situationen muss die Linse funktionieren?“

Es seien vor allem Kunden mit aktivem Lebensstil, die diese Option interessant finden. „Sie wünschen sich mehr Freiheit im Alltag – zum Beispiel beim Sport, mit der Familie oder im Beruf; und dann, wenn es eben schnell gehen muss und eine Brille manchmal störend ist.“

Katharina Manz Expertin Multifokale Kontaktlinsen
Unterstützt von CooperVision, hält Katharina Manz mittlerweile international Vorträge über die Anpassung multifokaler Kontaktlinsen.

Multifokale Kontaktlinsen: Großes Potenzial für Gleitsichtkunden

Viele Kunden wüssten außerdem oft gar nicht, dass es auch für ihre Stärke passende Möglichkeiten gebe – oder auch multifokale Linsen. „Allein diese Tatsache regt viele Kunden schon dazu an, es einmal auszuprobieren.“ Und gerade bei Multifokallinsen sieht Katharina Manz ein enormes Potenzial. „Viele Gleitsichtträger sind offen für zusätzliche, alltagstaugliche Sehlösungen. Meiner Meinung gehören Multifokallinsen sogar unbedingt zu einer bedarfsgerechten Versorgung dazu – auch, wenn die Anpassung etwas komplizierter ist.“  

Kontaktlinsen als attraktives Zusatzgeschäft für Optiker

Wenn dann alles geklärt ist, geht es weiter mit Auswahl und Anpassung – „und zwar sorgfältig“, so Katharina Manz. „Das sollte nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern auch im Alltag funktionieren.“ Damit das bestmöglich gelingt, empfiehlt Manz, die Leitfäden der Hersteller zu nutzen und die Kunden so abzuholen, dass die Versorgung verständlich und nachvollziehbar werde.

Manz hält fest: „Kontaktlinsen sind definitiv ein attraktives Zusatzangebot.“ Grundsätzlich empfiehlt sie jedoch nicht, komplett auf die Brille zu verzichten: „Eine Brille als Backup sollte aus meiner Sicht immer vorhanden sein, etwa wenn die Augen gereizt sind oder eine Tragepause nötig ist.“

Tipps für den Einstieg: So starten Augenoptiker mit Kontaktlinsen

Zum Schluss haben wir Katharina Manz gefragt, was sie einem Augenoptiker raten würde, der in seinem Fachgeschäft mit Kontaktlinsen starten möchte. „Einfach anfangen“, so Manz, „aber mit echter Überzeugung. Kontaktlinsen sind kein Nebenthema, das man nur nebenbei mitlaufen lässt. Aber es ist ein Thema, mit dem man Kundinnen und Kunden wirklich begeistern kann – und auch langfristig binden kann. Wer sich etwas Zeit für die Einarbeitung, gute Abläufe und ehrliche Beratung nimmt, wird schnell merken, wie viel Potenzial in dem Thema steckt.“

Florian Fait