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COVID-19 erhöht das Risiko für Augenerkrankungen langfristig

Eine große Studie aus Korea und Japan liefert neue Hinweise darauf, dass COVID-19 nicht nur die Atemwege, sondern auch die Augengesundheit beeinflussen könnte. Die im British Journal of Ophthalmology veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass Menschen nach einer SARS-CoV-2-Infektion häufiger Augenerkrankungen entwickeln als nicht infizierte Personen. Besonders deutlich ist dieser Zusammenhang nach schweren Krankheitsverläufen.

COVID-19 könnte das Risiko für Augenerkrankungen langfristig erhöhen
Bild: © Heike Trautmann / Unsplash

Große Kohortenstudie zeigt erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen nach COVID-19

Für die bevölkerungsbasierte Studie wurden die Gesundheitsdaten von mehr als vier Millionen Menschen ausgewertet. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden hatte zuvor eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht, während die andere Hälfte als Vergleichsgruppe diente. Das Ergebnis zeigt einen klaren Zusammenhang: Nach einer Infektion war das Risiko für Augenerkrankungen insgesamt um 23 Prozent erhöht (Hazard Ratio). Das bedeutet, dass Betroffene statistisch häufiger entsprechende Diagnosen erhielten, auch wenn damit keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung bewiesen ist.

Welche Augenerkrankungen nach einer Corona-Infektion häufiger auftreten

Die Analyse zeigt, dass mehrere Augenerkrankungen nach einer COVID-19-Erkrankung häufiger diagnostiziert wurden. Dazu zählen unter anderem Glaukom, Erkrankungen der Binde- und Hornhaut, Netzhauterkrankungen (Retinopathien), Lidrandentzündungen sowie Entzündungen im Augeninneren (Uveitis). Auch sogenannte neuroophthalmologische Erkrankungen, die beispielsweise den Sehnerv betreffen, traten vermehrt auf. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl die Augenoberfläche als auch tiefere Strukturen wie Netzhaut und Sehnerv betroffen sein könnten.

Schwere COVID-19-Verläufe erhöhen das Risiko für Augenprobleme deutlich

Ein besonders wichtiger Befund der Studie ist der Zusammenhang mit dem Schweregrad der Erkrankung. Je schwerer der COVID-19-Verlauf war, desto höher fiel auch das Risiko für spätere Augenerkrankungen aus. So war das Risiko für Netzhauterkrankungen nach milden Verläufen bereits erhöht, stieg jedoch nach schweren Verläufen deutlich stärker an. Bei bestimmten Erkrankungen, die den Sehnerv betreffen, zeigte sich sogar nahezu eine Verdopplung des Risikos. Das spricht dafür, dass vor allem schwere Infektionen langfristige Auswirkungen auf das visuelle System haben könnten.

Mögliche Ursachen: Wie SARS-CoV-2 die Augengesundheit beeinflussen könnte

Warum COVID-19 die Augen beeinflussen kann, ist noch nicht vollständig geklärt. Forschende diskutieren jedoch mehrere mögliche Mechanismen. So gibt es Hinweise darauf, dass Virusbestandteile auch in okulären Geweben nachweisbar sein können. Zudem könnten Entzündungsreaktionen im Körper, die durch die Infektion ausgelöst werden, verschiedene Strukturen des Auges schädigen. Auch Durchblutungsstörungen und eine erhöhte Gerinnungsneigung werden als mögliche Faktoren genannt, insbesondere im Zusammenhang mit Netzhauterkrankungen. Darüber hinaus spielen sogenannte ACE2-Rezeptoren, die auch im Auge vorkommen, möglicherweise eine Rolle bei der Anfälligkeit für solche Effekte.

Langzeitfolgen: Erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen bleibt über Monate bestehen

Im zeitlichen Verlauf zeigte sich, dass das Risiko für Augenerkrankungen vor allem in den ersten sechs Monaten nach einer Infektion erhöht ist. Allerdings blieb es bei einigen Erkrankungen auch über einen Zeitraum von mehr als 18 Monaten hinweg bestehen. Das deutet darauf hin, dass COVID-19 langfristige Auswirkungen auf die Augengesundheit haben könnte, selbst nachdem die akute Erkrankung längst überstanden ist.

COVID-19 als möglicher Risikofaktor für die Augengesundheit

Auch wenn die Studie keine direkte Ursache belegen kann und andere Faktoren wie Vorerkrankungen eine Rolle spielen könnten, liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise für die Praxis. Menschen mit überstandener COVID-19-Erkrankung, insbesondere nach schweren Verläufen, sollten mögliche Veränderungen ihrer Sehkraft ernst nehmen.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass COVID-19 mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Augenerkrankungen verbunden sein könnte. Besonders schwere Krankheitsverläufe scheinen diesen Zusammenhang zu verstärken.

Quelle: Erhöhtes Auftreten von Augenerkrankungen nach SARS-CoV-2-Infektion

Christoph Hillermann-Giannoutsos
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