Die Hansestadt Lübeck war am 7. & 8. März 2026 Schauplatz eines Führungswechsels mit Wirkung für die Branche: Die Delegierten des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) kamen zur Mitgliederversammlung zusammen – und setzten unter dem Motto „Gemeinsam gestalten” ein klares Zeichen. Mit einem einstimmigen Votum wurde Kai Jaeger zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt.

Stefan Pape, Obermeister der Landesinnung Schleswig-Holstein und diesjähriger Gastgeber, begrüßte die Gäste, bevor Christian Müller die Sitzung eröffnete – zum letzten Mal. Bevor der Blick nach vorne gerichtet wurde, galt er zunächst demjenigen, der den Verband über Jahre geprägt hat. Nach 17 Jahren im Präsidium, davon drei als Präsident, trat Christian Müller von der Verbandsbühne ab. Die Delegierten würdigten seine Verdienste mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten.
Müller selbst zog eine bemerkenswert positive Bilanz. Unter seiner Führung wurden wegweisende Themen vorangetrieben: die neue Meisterverordnung, die ab Juli 2026 in Kraft tritt, ein intensivierter Politikdialog, der viel beachtete Hilfsmittelreport sowie klare Verbandspositionen zu Hilfsmittelreform, elektronischer Patientenakte und Entbürokratisierung. Beim zunehmend diskutierten Thema digitaler Geschäftsmodelle – etwa brillen.de – machte Müller deutlich, wofür der ZVA steht: fairer Wettbewerb – aber niemals auf Kosten von Qualitätsstandards. Und: Nur wer geschlossen auftritt, wird gehört.

ZVA: Goldene Ehrenzeichen für zwei, die den Verband geformt haben
Besondere Anerkennung erfuhren zwei Persönlichkeiten, deren Engagement weit über das Pflichtmaß hinausging. Lars Hellberg und Stefan Pape wurden mit dem Goldenen ZVA-Ehrenzeichen ausgezeichnet – der höchsten Auszeichnung des Verbands.
Hellberg, der seit 2010 den ZVA-Berufsbildungsausschuss mitgeprägt und zuletzt als Geschäftsführer der renommierten Fielmann Akademie Plön gewirkt hat, steht für Jahrzehnte konsequenter Nachwuchsarbeit. Pape wiederum ist seit 1996 Obermeister in Schleswig-Holstein und hat den Verband im ZVA-Vorstand maßgeblich mitgestaltet – mit einem besonderen Augenmerk auf Nachwuchsförderung.

Neue Führung und klarer Kurs des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen
Mit Kai Jaeger übernimmt ein Mann das Steuer, der den Verband bereits als Vizepräsident kennt – und der von Beginn an keine Zweideutigkeit über seine Linie ließ.
„Wir wollen die Stimme für Augenoptik und Optometrie bleiben. Eine Spaltung im Berufsstand können wir uns nicht leisten. Nur wenn wir geschlossen auftreten, können wir etwas erreichen und werden wir gehört.“, erklärte Jaeger in seiner Antrittsrede und formulierte damit zugleich sein Führungsprinzip.
An seiner Seite: Armin Ameloh, der als Vizepräsident im Amt bleibt, sowie Sylvia Alps, die neu ins Präsidium einzieht und mit handwerklichem Profil frischen Wind mitbringt.
Ausschüsse mit Substanz – von der Meisterverordnung bis zur Markenkampagne
Die Berichte der Fachausschüsse zeichneten ein differenziertes Bild der Branche. Rainer Hankiewicz (Berufsbildung) informierte über den Stand der Meisterverordnung und laufende Modernisierungen in der Ausbildungslandschaft. Thomas Heimbach (Wirtschaft) präsentierte eine Momentaufnahme mit Licht und Schatten: Umsätze steigen, doch die verkauften Stückzahlen sinken – und die Kosten klettern weiter. Giovanni Di Noto (Öffentlichkeitsarbeit) skizzierte, wie sich die Branche als Gesundheitsdienstleister neu positionieren kann und will.
Für strategische Tiefe sorgten drei Impulsvorträge: Volker Gaßner beleuchtete das Thema Framing – also die Frage, wie Botschaften in der Öffentlichkeit ankommen. Johanna Rodenbäck stellte die Kampagne „Ihre Innungsoptiker” vor, die ab dem zweiten Quartal 2026 an den Start geht. Und Dr. Jan Wetzel zeigte auf, welche Chancen in einem starken Netzwerk liegen – von ZDH über Spectaris bis ECOO.
Die Mitgliederversammlung in Lübeck war mehr als eine Routinesitzung. Sie markierte einen Führungswechsel mit Symbolkraft, würdigte gelebtes Engagement und setzte inhaltliche Impulse in einem Umfeld, das sich rasant verändert. Mit Jaeger an der Spitze, einem eingespielten Präsidium und einer Branche, die Geschlossenheit als strategisches Mittel begreift, startet der ZVA mit klarem Kompass in die nächste Phase.
Zur Pressemitteilung: ZVA-Mitgliederversammlung 2026 unter dem Motto „Gemeinsam gestalten“ – Kai Jaeger ist neuer Präsident

