Das international erfolgreiche Tochterunternehmen Swarovski Optik zieht die Kostenbremse an: 40 Arbeitsplätze stehen zur Disposition, die Kündigungen wurden beim AMS-Frühwarnsystem gemeldet. Die Ursachen liegen nicht nur in internen Herausforderungen, sondern vor allem jenseits des Atlantiks – neue US-Zölle verschieben die Kalkulation spürbar.

US-Markt als Umsatzmotor und Risiko zugleich
Der wichtigste Absatzmarkt von Swarovski Optik sind seit Jahren die Vereinigten Staaten. Rund 45 Prozent des Gesamtumsatzes werden dort erzielt. Was lange als Wachstumsgarant galt, entwickelt sich nun zum strategischen Risiko. Die unter der Präsidentschaft von Donald Trump verschärften Handelszölle verteuern europäische Premiumprodukte deutlich. Der Margendruck steigt – ebenso die Preissensibilität der Kundschaft. Intern heißt es, der wirtschaftliche Spielraum werde dadurch merklich enger.
Wie der KURIER berichtet, bestätigte das Unternehmen am Montag, dass im Zuge einer umfassenden Neuausrichtung 40 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet wurden. Gleichzeitig sei man mit deutlich gestiegenen Kosten konfrontiert, die sich nicht mehr vollständig abfedern ließen.
Kostendruck und struktureller Wandel
Doch die Zölle sind nicht der einzige Grund. In einer Aussendung verweist Swarovski Optik auf den technologischen Wandel, eine alternde Kundengruppe und wachsende Konkurrenz durch digitale Anbieter. Besonders im Bereich der Sport- und Fernoptik drängen neue Marken mit aggressiven Preisen und starkem Onlinevertrieb auf den Markt. Etablierte Premiumhersteller müssen erheblich investieren, um technologisch Schritt zu halten – während die Produktions- und Materialkosten gleichzeitig steigen.
Diese Gemengelage habe die Ertragslage in den vergangenen Jahren deutlich belastet, heißt es. Der nun eingeleitete Stellenabbau sei Teil eines umfassenden Transformationsprogramms, das langfristig die wirtschaftliche Stabilität sichern soll.
Swarowski-Standort Absam in Tirol bleibt Herzstück
Trotz der Einschnitte betont das Unternehmen die zentrale Bedeutung des Standorts Absam. Mehr als 90 Prozent der weltweit rund 1.100 Beschäftigten arbeiten dort. Auch künftig bleibe der Tiroler Standort das Herz des Unternehmens, heißt es. Das Bekenntnis werde durch Investitionen von rund zehn Millionen Euro in ein neues Logistikzentrum unterstrichen.
Im vergangenen Jahr erzielte Swarovski Optik einen Umsatz von knapp 200 Millionen Euro – ein leichtes Plus gegenüber 2024. Dieser Zuwachs könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Profitabilität und Kostenstruktur zunehmend unter Druck geraten. Vorstandschef Johannes Oberdanner spricht von einer „notwendigen Maßnahme“, um die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern und die Position im Premiumsegment zu festigen.
Swarovski Optik: Einschnitte im gesamten Konzern
Der Personalabbau in Absam reiht sich in eine Serie von Anpassungen im gesamten Swarovski-Konzern ein. Bereits im November 2025 hatte der Kristallbereich angekündigt, rund 400 Arbeitsplätze am Hauptsitz in Wattens abzubauen – größtenteils über Pensionierungen und freiwillige Abgänge, maximal 80 über Kündigungen. Auch dieser Schritt wurde mit Kostendruck und einer strategischen Neuausrichtung begründet.
Für Tirol und seine exportorientierte Industrie ist das ein weiteres Warnsignal: Selbst international erfolgreiche Marken sind nicht immun gegen geopolitische Spannungen und strukturelle Marktveränderungen.
Selbst etablierte Hersteller sind anfällig für internationale Handelskonflikte und technologische Umbrüche. Hohe Qualität, starke Marke und solide Umsätze genügen eben nicht, wenn Kostenexplosionen und politische Risiken aufeinandertreffen. Der angekündigte Stellenabbau ist weniger ein kurzfristiger Sparakt als ein notwendig gewordener Realitätscheck – und ein Signal an die gesamte Optikbranche: Selbst im Hochpreissegment wird Effizienz zur Überlebensfrage.
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