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Rekordjahr für Fielmann: Vision 2025 übertroffen, neuer Wachstumspfad bis 2035

Die Fielmann-Gruppe meldet Rekordzahlen und schließt ein zentrales Kapitel ihrer Unternehmensgeschichte mit bemerkenswerter Souveränität. Während große Teile des Einzelhandels noch mit Kaufzurückhaltung ringen, setzt der Optikerkonzern ein Ausrufezeichen und beweist, dass strategische Konsequenz und operative Disziplin auch in schwierigen Zeiten tragen können.

Fielmann mit Rekordjahr: Vision 2025 übertroffen, neuer Wachstumspfad bis 2035
Bild: © Tim Voelter / Fielmann

Ein Blick auf die vorläufigen Zahlen für 2025 zeigt ein Unternehmen, das nicht nur gewachsen ist, sondern seine selbst gesteckten Ziele klar hinter sich gelassen hat. Der Konzernumsatz stieg um 7,4 Prozent auf 2,435 Milliarden Euro, rund die Hälfte davon organisch (also ohne Zukäufe, allein durch eigenes Wachstum). Das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – eine Kennzahl für die operative Ertragskraft) kletterte auf 581 Millionen Euro, die Marge erreichte solide 23,8 Prozent – Werte, die in der Branche Aufmerksamkeit erzeugen dürften.

Umsatzplus trotz Konsumflaute: Wie Fielmann in Europa & den USA punktet

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Heimatmarkt. In Deutschland legte Fielmann trotz verhaltener Konsumstimmung um vier Prozent zu – ein Wert, der angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage als deutliches Statement gelten kann. In der Schweiz und in Österreich betrug das Wachstum jeweils sechs Prozent, Spanien kam sogar auf ein Plus von zehn Prozent. Weitere europäische Märkte entwickelten sich ebenfalls dynamisch, getragen von zweistelligen Zuwachsraten in Polen und Tschechien. Europa insgesamt bleibt damit das ertragreiche Rückgrat des Konzerns, was sich auch in einer EBITDA-Marge von 24,8 Prozent (Anteil des operativen Gewinns am Umsatz) widerspiegelt.

Noch deutlicher fällt der Blick über den Atlantik aus. In den USA steigerte Fielmann den Umsatz um 46 Prozent auf 312 Millionen US-Dollar. Die EBITDA-Marge verbesserte sich dort signifikant von 9,9 auf 16,2 Prozent. Laut Unternehmensangaben zahlt sich die konsequente Integration und Weiterentwicklung des US-Geschäfts zunehmend aus. Der Markt gilt weiterhin als herausfordernd, bietet aber offenkundig erhebliches Skalierungspotenzial (also die Möglichkeit, stärker zu wachsen, ohne dass die Kosten im gleichen Maße steigen).

Vision 2025 abgeschlossen: Mehr Internationalität, mehr Profitabilität

Nicht nur beim Umsatz, auch unter dem Strich zeigt sich die Fortschrittskurve steil. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern (EBT, also der Gewinn vor Abzug der Steuern) erhöhte sich um 30,1 Prozent auf 313 Millionen Euro, die EBT-Marge (Verhältnis von Gewinn vor Steuern zu Umsatz) verbesserte sich auf 12,8 Prozent. Der Jahresüberschuss erreichte 205 Millionen Euro und lag damit klar über dem Vorjahreswert. Entsprechend selbstbewusst fällt der Dividendenvorschlag aus: Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 9. Juli 2026 eine Ausschüttung von 1,40 Euro je Aktie vorschlagen – nach 1,15 Euro im Jahr zuvor.

Mit den Zahlen bestätigt Fielmann auch den formalen Abschluss der Strategie „Vision 2025“. Seit 2018 ist der Umsatz um knapp eine Milliarde Euro gestiegen, das bereinigte EBITDA legte um nahezu 200 Millionen Euro zu. Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung des internationalen Geschäfts, das sich seit 2018 mehr als verdreifacht hat und 2025 nahezu eine Milliarde Euro erreichte. Die Ziele der Vision 2025 seien damit nicht nur erreicht, sondern übertroffen worden, so der Tenor aus Hamburg.

Ausblick: Mit Vision 2035 in die nächste Wachstumsphase

Einen detaillierten Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026 will Fielmann mit dem Geschäftsbericht am 30. April 2026 vorlegen. Klar ist bereits, dass die neue strategische Leitplanke „Vision 2035“ das organische Wachstum (Eigenwachstum ohne Übernahmen) weiter beschleunigen soll. Internationalisierung, Effizienz und Skalierung dürften dabei erneut die zentralen Stellschrauben sein.

Fielmann liefert 2025 das, was viele Wettbewerber derzeit schuldig bleiben: verlässliches Wachstum, steigende Profitabilität und eine klar erkennbare strategische Linie. Der Abschluss der Vision 2025 markiert keinen Endpunkt, sondern wirkt eher wie ein sauber gesetzter Startblock für die nächste Etappe. Wer wissen will, wohin sich die Branche entwickeln kann, kommt an diesen Zahlen kaum vorbei.

Christoph Hillermann-Giannoutsos
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