Kontaktlinsen gelten als unkompliziert, flexibel und im Alltag kaum spürbar. Doch ausgerechnet in der Erkältungssaison kann die bequeme Sehhilfe zum Risiko werden. Schnupfen, Husten und Fieber sind nicht nur lästig, sondern können den Augen ernsthaft schaden, wenn weiterhin Kontaktlinsen getragen werden. Darauf weist das Infocenter der R+V Versicherung hin und empfiehlt, vorübergehend lieber zur Brille zu greifen.

Kontaktlinsen und Erkältung – unterschätzte Gefahr für die Augen
Viele Kontaktlinsenträger halten auch bei einer handfesten Erkältung an ihren Linsen fest. Der Verzicht fällt schwer, schließlich gehört die Sehhilfe für viele fest zum Alltag. Für die Augen sei das jedoch problematisch, heißt es aus dem Umfeld der R+V. Besonders bei Schnupfen steige das Risiko deutlich. „Ins Auge gelangen die Keime durch Tröpfchen oder über die Hände, etwa beim Einsetzen der Linsen“, erklärt Christian Diel von der R+V Betriebskrankenkasse. Gerade weiche Kontaktlinsen böten Krankheitserregern ideale Bedingungen, um sich festzusetzen und zu vermehren.
Wenn Fieber hinzukommt, verschärft sich die Lage zusätzlich. Die erhöhte Körpertemperatur begünstige das Wachstum der Keime, was wiederum das Risiko für Infektionen steigere. Besonders gefürchtet ist die Hornhautentzündung, die nicht nur sehr schmerzhaft sein kann, sondern oft langwierig verläuft und im schlimmsten Fall bleibende Schäden hinterlässt.
Warum trockene Augen das Risiko weiter erhöhen
Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Augen ohnehin gereizt oder trocken sind. Bildschirmarbeit, trockene Heizungsluft oder bestimmte Medikamente setzen der natürlichen Schutzfunktion des Auges zu. Kontaktlinsen verstärken in solchen Situationen die Reibung auf der Hornhaut. Laut Christian Diel könne das die Hornhautoberfläche angreifen und Keimen den Zugang erleichtern. Was harmlos beginnt, kann sich so rasch zu einer ernsthaften Entzündung entwickeln.
Die Experten raten deshalb, bei typischen Erkältungssymptomen konsequent auf Kontaktlinsen zu verzichten. Spätestens wenn die Augen gerötet sind, jucken, brennen oder verklebt wirken, sollte man die Linsen sofort herausnehmen und ärztlichen Rat suchen. Zögern sei hier fehl am Platz, denn frühes Handeln könne den Verlauf entscheidend abmildern.
Brille statt Linse – eine simple, aber wirksame Vorsichtsmaßnahme
So banal es klingt, der Wechsel zur Brille ist während einer Erkältung die sicherste Lösung. Das Infocenter der R+V empfiehlt, erst dann wieder Kontaktlinsen zu tragen, wenn Schnupfen, Husten und Fieber vollständig abgeklungen sind. Wer dennoch nicht ganz auf Linsen verzichten möchte, sollte zumindest auf Tageslinsen setzen, da diese das Risiko einer Keimübertragung reduzieren. Gründliche Handhygiene bleibt dabei unerlässlich.
Nach überstandener Erkältung raten die Fachleute zu einem Neustart mit frischen Linsen und einer neuen Aufbewahrungsbox. So lasse sich vermeiden, dass verbliebene Keime erneut ins Auge gelangen. Bei trockener Luft oder empfindlichen Augen seien zudem regelmäßige Linsenpausen sinnvoll. Auch Brillenträger sollten in dieser Zeit aufmerksam sein und ihre Brille regelmäßig reinigen, um Keime von den Gläsern zu entfernen.
Kontaktlinsen sind bequem, aber keine Selbstverständlichkeit für jede Lebenslage. Eine Erkältung mag vorübergehen, eine Augeninfektion hingegen kann lange nachwirken. Der zeitweise Griff zur Brille ist daher kein Rückschritt, sondern ein kluger Schutzmechanismus. Wer in der Erkältungszeit auf seine Augen hört und den Linsen eine Pause gönnt, erspart sich nicht nur Schmerzen, sondern bewahrt im Zweifel auch seine Sehkraft. Für Augenoptiker ist das eine klare Botschaft an ihre Kunden: Manchmal ist Verzicht die beste Vorsorge.
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