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Hightech-Kontaktlinse soll grünen Star frühzeitig erkennbar machen

Ein Forschungsteam der University of Electronic Science and Technology of China hat eine neuartige Kontaktlinse entwickelt, die sowohl Fehlsichtigkeiten korrigieren als auch kontinuierlich medizinisch relevante Daten erfassen kann. Im Mittelpunkt steht die präventive Überwachung des Augeninnendrucks – einem der Hauptindikatoren für das Glaukomrisiko (Grüner Star).

Hightech-Kontaktlinse soll grünen Star frühzeitig erkennbar machen
KI-generiertes Bild

Kontinuierliche Augeninnendruckmessung im Alltag

Wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichteten, gelten intelligente Kontaktlinsen als vielversprechender Lösungsansatz für die Glaukomvorsorge. Diese Linse verfügt nun über mehrere funktionale Schichten und einen integrierten Mikrosensor, der laut Herstellerangaben den Augeninnendruck hochpräzise messen kann – mit einer Auflösung im Bereich von tausendstel Bar. Eine wiederaufladbare Mikrobatterie sorgt für die notwendige Energieversorgung im Tagesverlauf. Die drahtlose Übertragung der Messdaten auf ein mobiles Endgerät ermöglicht eine lückenlose Überwachung, selbst bei geschlossenen Augen.

Augenbewegungen als potenzielle Diagnoseindikatoren

Zusätzlich ist die Linse mit Sensorstrukturen ausgestattet, die Augenbewegungen erfassen können. Laut Angaben der Entwickler beträgt die Genauigkeit der Bewegungserkennung bis zu 97 Prozent. Diese Daten sollen Rückschlüsse auf neurologische Veränderungen oder erste Anzeichen eines Glaukoms ermöglichen. Zwar sind diese Prozentwerte nicht unabhängig verifiziert, dennoch bietet die Technologie einen vielversprechenden Ansatz zur frühzeitigen Risikobewertung.

Augenbewegungen als potenzielle Diagnoseindikatoren – Biokompatibilität und Telemedizin im Fokus

Erste Tests an Zellkulturen und in Tiermodellen deuten darauf hin, dass die Linse biokompatibel ist und über längere Zeiträume hinweg getragen werden kann, ohne das Auge zu reizen oder die Sehleistung zu beeinträchtigen. Der mögliche Einsatz im häuslichen Umfeld sowie die Anbindung an digitale Endgeräte machen die Linse für telemedizinische Anwendungen interessant – insbesondere zur langfristigen Verlaufskontrolle bei chronischen Erkrankungen wie dem Glaukom.

Neben der Glaukom-Früherkennung sehen die Entwickler Potenzial für weitere Einsatzfelder, etwa in der Diagnose neurodegenerativer Erkrankungen, der Schlafüberwachung oder bei Konzentrationsstörungen. Auch die gezielte Wirkstoffabgabe direkt am Auge wird als künftige Anwendungsmöglichkeit diskutiert. Noch befindet sich die Technologie in der Entwicklungsphase, weiterführende klinische Studien und Zulassungsverfahren sind erforderlich.

Die intelligente Kontaktlinse stellt eine vielversprechende Ergänzung für Diagnostik und Patientenüberwachung dar – insbesondere in der Früherkennung des Glaukoms. Auch wenn einzelne technische Angaben noch nicht unabhängig bestätigt sind, vermittelt die Entwicklung ein realistisches Bild der aktuellen Möglichkeiten smarter Linsentechnologie in der Augenheilkunde.

Quellen: