Mit YOUnic bringt die Deutsche Augenoptik GmbH ihr neues Premium-Gleitsichtglas auf den Markt. Es optimiert nicht nur jedes Glas für sich, sondern stimmt rechts und links aufeinander ab. Produktmanagerin Cornelia Gräper erklärt, was dahintersteckt, was sich für die Beratung ändert und warum Augenoptiker sofort loslegen können.

YOUnic bricht mit Konventionen: „Für alles, außer gewöhnlich“

Eine Tätowiererin mit grauem Dutt und Blümchenkleid. Ein Bauarbeiter, der im Schneidersitz auf der Yogamatte sitzt, im Hintergrund der Bagger. Eine Seniorin, die lachend auf einem pinken E-Scooter durch die Stadt fährt. „Für alles, außer gewöhnlich“ lautet der Claim der Kampagne, mit dem die Deutsche Augenoptik GmbH aus Mühlacker ihr neues Gleitsichtglas YOUnic bewirbt.
Die farbenfrohen Motive zeigen Menschen, die Erwartungen durchbrechen und Konventionen hinterfragen. Durch den gesamten Auftritt zieht sich ein Fingerabdruck, der auch im Logo steckt. Er steht für die Einzigartigkeit jedes Menschen und damit für die zentrale Botschaft des Claims.
Gleitsicht-Gläser mit binokularer Optimierung
„Das Besondere ist, dass wir das Beste vereinen, was wir bisher im Portfolio hatten, und zusätzlich eine binokulare Glasoptimierung bieten“, sagt Cornelia Gräper aus dem DAO-Produktmanagement. Bei individuellen Gleitsichtgläsern wird üblicherweise jedes Glas für sich berechnet. YOUnic berücksichtigt zusätzlich das Zusammenspiel beider Augen.

Warum dieser zusätzliche Rechenschritt? Die DAO hat die eigenen Gleitsichtbestellungen ausgewertet. Bei 79,3 Prozent unterscheiden sich die Werte für rechtes und linkes Auge um mindestens 0,25 dpt. Unterschiedliche Glasstärken können beim Blick außerhalb der optischen Zentren verschiedene prismatische Nebenwirkungen verursachen.
Auch die Gläser können die Bilder unterschiedlich stark vergrößern. Das kann die Zusammenarbeit der Augen erschweren und bei manchen Trägern zu Beschwerden wie Ermüdung oder einen instabilen räumlichen Seheindruck führen.
YOUnic betrachtet Brille und Augen daher als optische Einheit. Dafür wird der Progressionskorridor individuell angepasst – bei unterschiedlichen Refraktionswerten können sie rechts und links schließlich unterschiedlich ausfallen. Außerdem sollen Abbildungsfehler nicht nur reduziert, sondern zwischen beiden Gläsern angeglichen werden. Ziel ist ein natürliches Seherlebnis mit stabilem räumlichem Eindruck.
Neue Sehprofile für Gleitsicht-Einsteiger und -Vollprofis
Das Prinzip der Sehprofile kennen Augenoptiker, die bereits mit der DAO zusammengearbeitet haben, vom MULTI HD bionic. Dort gab es drei: Balance, Ferne und Nähe. YOUnic ergänzt sie um zwei neue. Das Profil Debüt richtet sich an Gleitsicht-Einsteiger und an Träger, die weiche Designs gewohnt sind. Laut Gräper handelt es sich dabei um ein Glas, das so wirkt „als ob es noch kein Gleitsichtglas wäre.“ Bei Einsteigern funktioniere das gut, weil die Addition noch gering sei und man mit sehr weichen Übergängen arbeiten könne. Am anderen Ende der Skala steht Aktiv, ein deutlich härteres Design. „Dadurch kann man Ferne und Nähe sehr groß ziehen“, sagt Gräper. Gedacht ist es für erfahrene Träger, die häufig zwischen Nah und Fern wechseln und dabei weder auf Details noch auf das große Ganze verzichten wollen.

Dazwischen bleiben die bewährten Profile. Balance ist der ausgewogene Alltagsbegleiter für alle, die sich nicht festlegen wollen und von allem etwas brauchen. Ferne kombiniert einen harten Fern- mit einem weichen Nahbereich und passt zu Menschen, die viel draußen unterwegs sind. Nähe ist genau umgekehrt ausgelegt und bietet als Raumlösung große Sehbereiche für Nah- und Zwischenbereich, etwa für detailorientierte Tätigkeiten.
Neuer Profilfinder von der DAO erleichtert die Glasberatung
Um die Auswahl zwischen den fünf Profilen möglichst einfach und effizient zu gestalten, hat die DAO einen Profilfinder bereitgestellt. Dieser unterstützt Augenoptiker dabei, schnell und unkompliziert das passende Profil für ihre Kunden zu finden. „Unser Ziel war es, die Glasberatung so einfach wie möglich zu gestalten und gleichzeitig eine individuelle Empfehlung zu ermöglichen“, erklärt Gräper. Dafür werden neben den Refraktionsdaten drei persönliche Vorlieben der Kunden berücksichtigt, beispielsweise Reisen, Lesen oder Shoppen. Auch Mehrfachauswahlen sind möglich: Wer besonders viel Zeit im Auto verbringt, kann zum Beispiel dreimal Autofahren auswählen.
Das Online-Tool unter you-nic.com/profilfinder führt Lebensstil, Sehaufgaben, Gleitsichterfahrung, Verordnung und Trageparameter zusammen und empfiehlt daraus ein Profil. Anhand der Rezept- und Fassungsdaten ermittelt es zusätzlich die optimale Einschleifhöhe. Zum Abschluss kann sich der Kunde eine PDF-Auswertung mit seinen Werten und der Empfehlung zuschicken lassen, ein Andenken an die Beratung, das auch nach dem Termin noch Orientierung gibt.
Pflicht ist das alles nicht. Wer seinen Kunden gut genug kennt, wählt das Profil einfach selbst. Der Profilfinder sei ein Angebot und als Unterstützung gedacht, betont Gräper.
Die DAO setzt weiter auf Doppelprogression
Zur DNA von YOUnic gehört außerdem weiterhin die Doppelprogression, die DAO 2019 mit dem bionic eingeführt hat. Früher gab es außenprogressive Gläser, die für hyperope Kunden einen entscheidenden Vorteil hatten: die Vergrößerung. Diese Gläser seien aber immer mehr vom Markt verschwunden. Die doppelprogressive Fläche bewahrt diesen Vorteil, ohne die Nachteile des außenprogressiven Glases mitzunehmen. „Das vereint die Vorteile aus beiden Welten“, sagt Gräper, und zwar ästhetisch ebenso wie bei den Abbildungsfehlern. Bei Pluswirkung sorgt sie zudem für kosmetisch ansprechende Frontkurven und ein schlankes Glas.
Abgerundet wird das Paket durch sechs Progressionslängen, die Kombinierbarkeit mit den phototropen Sensity-Gläsern und eine sechsmonatige Verträglichkeitsgarantie. Optional ist YOUnic mit der Hyperentspiegelung noflex+ erhältlich, auf die Gräper besonders stolz ist. Herkömmliche Entspiegelungen zeigen meist einen grünlichen Restreflex, der etwa in Videokonferenzen sofort ins Auge springt. „Bei der noflex+ sieht man fast nichts“, sagt sie. Einen Reflex gebe es natürlich trotzdem, doch die dezente Restreflexfarbe harmoniere mit allen Hauttönen. Die superglatte Nano-Oberfläche erleichtert darüber hinaus Pflege und Reinigung. Für Gräper ist das ein klarer Pluspunkt der eigenen Glaswelt.

Keine Zusatz-Geräte notwendig
Was brauchen Augenoptiker, um YOUnic anzupassen? Weniger, als man vermuten könnte. Sein volles Potenzial entfalte das Glas zwar erst, wenn ein intaktes Binokularsehen vorliege, sagt Gräper – überprüfen lässt sich das etwa mit dem Polaskop2 von der DAO. Darüber hinaus wird aber lediglich ein Zentriersystem benötigt. Ein bestimmtes Gerät schreibt die DAO nicht vor, die Zentrierung kann auch manuell erfolgen. „Jeder hat da ja ein bisschen seine Präferenzen“, so Gräper. Und auch wenn Kunden kein vollständiges Binokularsehen aufweisen, profitieren sie – nämlich von der Doppelprogression und der individuellen Optimierung für rechts und links.
Für jeden Augenoptiker gleich – DAO bleibt klassischer Glaslieferant
Auch mit YOUnic versteht sich die DAO weiterhin als klassischer Glaslieferant. „Was in der Preisliste steht, kriegt jeder. Das ist unser Ursprung, und dem sind wir treu geblieben“, sagt Gräper. Deshalb setzt das Unternehmen auf ein klar strukturiertes Portfolio, in dem sich jeder schnell zurechtfindet.
YOUnic ist bereits erhältlich und in der neuen Preisliste enthalten. Augenoptiker, die bei der DAO schon eine Kundennummer haben, etwa weil sie dort Kleinteile beziehen, können sofort bestellen. Einige Erfahrungen wurden bereits gesammelt: Die Resonanz sei durchweg positiv, berichtet Gräper. Alle wichtigen Informationen bündelt erstmals eine eigene Website für ein DAO-Gleitsichtglas, zu finden unter you-nic.com. Ganz im Sinne des Claims: für alles, außer gewöhnlich.
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